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Anleitung zur Datenrettung Drucken E-Mail
Geschrieben von Gernot Lippert   
Mittwoch, 17. Februar 2010

Die gesamte folgende Problemlösung ist nicht von mir, sondern ich habe sie mir aus verschiedenen Foren und Anleitungen zeitaufwendig zusammen suchen. Eine einfache, auf fortgeschrittene Anfänger ausgelegte Seite hatte ich nicht gefunden, deshalb jetzt meine Zusammenfassung.  

Ausgangslage:
Auf einer NTFS-formatierten Festplatte (Windows XP Rechner) waren verschiedene wichtige Dateien, überwiegend Bilder, eine Datensicherung gab es nicht (Datensicherung ist ja nur was für Feiglinge). Auf dem Rechner erschien während des laufenden Betriebes der „Bluescreen“, ein regelgerechtes Herunterfahren des Rechners war nicht mehr möglich, er wurde stattdessen einfach ausgeschaltet. Nach dem folgenden Neustart wurde die Platte vom Rechner nicht mehr erkannt, sie lief zwar, hatte jedoch deutlich höhere Laufgeräusche, man konnte hören, dass der Rechner versuchte auf sie zuzugreifen.

Problemlösung:
Zunächst hängte ich die Platte (400GB IDE) mittels USB-Kabel an einen Rechner mit dem Betriebssystem Kubuntu 10.09. Die Platte wurde auch hier nicht automatisch erkannt, nach Eingabe des Befehls

sudo mount -a

wurde sie jedoch in der „Geräteüberwachung“ (Fensterleiste) sowie im Dateimanager (Dolphin) angezeigt, ein Zugriff auf die Platte war nicht möglich, es erschien die Meldung 

„ ...Failed to mount '/dev/sdc1': Eingabe-/Ausgabefehler
NTFS is either inconsistent, or there is a hardware fault, or it's a SoftRAID/FakeRAID hardware. In the first case run chkdsk /f on Windows then reboot into Windows twice. The usage of the /f parameter is very important! If the device is a SoftRAID/FakeRAID then first activate it and mount a different device under the /dev/mapper/ directory, (e.g. /dev/mapper/nvidia_eahaabcc1). Please see the 'dmraid' documentation for more details.“

Nach diversen Versuchen mit verschiedenen Programmen und vielem herum googlen kam ich dann wie folgt zum Erfolg:

Zunächst installierte ich das Programm „GNU ddrescue“

sudo apt-get install gddrescue

Siehe hierzu auch Warum defekte Platten unter Linux nicht mit dd gesichert werden sollten.

Mit dem Befehl

sudo ddrescue -n /dev/<Plattenname_z.B._sdc> /Ort/wohin/ich/das/image/sichern/möchte.img

startete ich das Programm. Zu Beginn der Sicherung tat sich das Programm extrem schwer, der Anfangsbereich der Platte war anscheinend stark beschädigt, später lief die Sicherung einigermaßen flüssig, insgesamt wurde ein ca. 60 GB großes Image erstellt.

In einem zweiten Schritt habe ich dann das Programm „foremost“ installiert.

sudo apt-get install foremost

Siehe auch Ubuntuusers Wiki Foremost

Mit dem Befehl 

sudo foremost -t all -i /Ort/wohin/ich/das/image/gesichert/hatte

startete ich das Programm, zunächst bildete es den Ordner "/home/output". Darin enthalten waren Unterordner für die gängigen Dateitypen. In diesen Unterordnern wurden die geretteten Daten einsortiert. In meinem Fall konnte ich ca. 5 von ursprünglich 15 GB an Daten wieder herstellen.

Der Aufwand: 
Das ganze hört sich jetzt leicht an, dem Erfolg gingen jedoch insgesamt zweitägige erfolglose Versuche mit "dd, photorec und scalpel" voraus. Warum diese Programme nicht zum Erfolg führten, kann ich nicht in allen Fällen nachvollziehen, vermutlich hatte ich auch Bedienungsfehler gemacht.

Mit dem jetzigen Erkenntnisstand oder der vorliegenden Anleitung würde das ganze wesentlich schneller gehen (PC-Laufzeit je nach Plattengröße nicht mitgerechnet).

Die Belohnung:
Zumindest ein Teil der Daten konnte gerettet werden.






 
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