Ein verrückter Hund in Hannover Fahrt zur CeBIT 2003 Am 15.03.2003 um kurz nach 6.00 Uhr morgens setzte sich in Bad Neuenahr ein Reisebus in Bewegung, Fahrtziel Hannover, Messegelände - genauer: Die CeBIT 2003. Mit an Bord waren auch vier „AHRluger“, nämlich Michael Lambert (der die Fahrt übrigens mitorganisiert hat), Charlie Imbusch, Lars Janßen und meine Wenigkeit. Organisiert war diese Fahrt von der hiesigen SPD-Kreistagsfraktion, die Mitfahrt stand aber jedermann offen. (In diesem Zusammenhang möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, das die AHRlug unpolitisch ist und keinerlei politischen Richtung nahesteht. Ich persönlich wäre auch mit CDU, FDP oder Grünen mitgefahren, wenn Sie eine solche Fahrt zu solchen Konditionen angeboten hätten... ).
Ich möchte an dieser Stelle allerdings nicht allzuviel über die gesamte CeBIT erzählen - wo sollte ich da anfangen, und wo aufhören? Nur soviel: Es gab - wie auf allen großen Messen - mal wieder mehr zu sehen, als mensch überhaupt erfassen kann. Ich persönlich fand übrigens die Architektur der neueren Messehallen und des Expodachs sowie das Design einiger Messestände sehr sehenswert, und Lars z.B. fand einfach die Atmosphäre toll - nicht zuletzt der Sun-Großrechner wegen... Aber von besonderem Interesse für uns war natürlich der sogenannte Linux-Park, einen erstmalig eingerichteten Bereich in Halle 6, in dem es nur um Linux ging. Hierzu gehörte auch das Linux-Forum, ein spezieller Vortragsbereich rund um Linux. Höhepunkt des ganzen Tages war für mich vor allem der Vortrag von Jon 'maddog' Hall, den Charlie und ich uns angeschaut hatten. Maddog ist ein Urgestein der Unix- und später Linux-Szene (Zitat: „I've been working with Unix for 27 years“) und ist heute der Chef von Linux International, einer non-profit-Organisation, die sich die Förderung und Verbreitung von Linux auf die Fahnen geschrieben hat. Vorher war er einer der „Unix-Gurus“ bei Digital Equipment (die vor einigen Jahren von Compaq aufgekauft wurden, welche bekanntermaßen wiederum von Hewlett-Packard geschluckt wurden. Fressen und gefressen werden...). Der Titel des gut einstündigen Vortrags lautete „Linux for small business“ und wurde in sehr gut verständlichem Englisch vorgetragen, dem auch jemand, der kein „native speaker“ ist, gut folgen konnte. Neben einer Unmenge von Fakten über Linux und hervorragenden Argumenten für Linux und weitere Open-Source-Software (und oft genug gegen Microsoft...) war Maddogs Rede gespickt mit Anekdoten und humorvollen Bemerkungen, die die Zeit wie im Fluge vergingen ließen. Bei aller Sachlichkeit (ich habe keinen einzigen unsachlichen oder polemischen Satz gehört) hat Maddog ein echtes Talent zum Alleinunterhalter; allein, was er mit seiner Stimme macht... es gab einiges zu Lachen! Ich will an dieser Stelle mal versuchen, eine seiner Anekdoten aus der „Frühzeit“ der Linux-Entwicklung hier sinngemäß auf Deutsch wiederzugeben (Das folgende ist also keine perfekte Wiedergabe, sondern eine Nacherzählung aus dem Gedächtnis, ohne Gewähr): „Irgendwann fragte ich Linus (Torvalds) mal, ob er eigentlich jemals daran gedacht hätte, Linux vom PC auch auf andere Plattformen zu portieren. Linus sagte, ja, daran hätte er auch schon gedacht, aber er hätte halt nur einen Intel-basierten PC und keinen Zugang zu anderen Plattformen. Daraufhin unterhielt ich mich bei einigen Leuten bei Digital, die mir jeweils einen Gefallen schuldeten - und das waren viele - und organisierte eine 64-Bit-Alpha-Workstation mit Monitor und allem drum und dran. Und damals waren die Alphas noch so selten, das nicht einmal jeder Entwickler bei Digital seine eigene hatte, sondern sich mehrere Entwickler eine Maschine geteilt haben. Daraufhin haben mich diese Leute bei Digital dann gefragt, welchen Gefallen ich Ihnen denn täte, nachdem sie mir solch einen Gefallen getan hatten, und ich sagte: „Ich bezahle die Fracht nach Helsinki!“. Und so bekam Linus Torvalds eine Alpha-Workstation und portierte Linux auf den Alpha-Prozessor, was der erste Linux-Port überhaupt war...“ Direkt im Anschluß an dieses Highlight hatte dann unsere gesamte Gruppe noch eine Führung auf dem „Stand“ der Deutschen Telekom AG (Ich hab' zwar nicht alles auf der CeBIT gesehen, aber ich vermute, das dieses riesige zweigeschossige Gebilde mit der größte Stand überhaupt war...). Leider klappte bei den Vorführungen nicht immer alles so, wie es hätte sein sollen, aber letztlich bekamen wir doch noch Vorführungen u.a. des neuen Videoschnittprogramms von T-Online (leider mal wieder nur für Windows; grrrr...) und der Videotelefonie mit UMTS-Handies. Und anschließend gab's auch noch einen kleinen Imbiß in der Lounge, was man nach einigen Stunden Messe wirklich gut vertragen kann... Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Herrn Detlev Thye von der Deutschen Telekom AG, dass er das für uns organisiert hat. Der Versuch, um 18.00 Uhr dann noch auf die Standparty bei Freenet zu kommen, gelang leider nicht - nur für eingeladene Gäste. Schade! Naja, viel Zeit hätten wir sowieso nicht mehr gehabt, denn um 19.30 Uhr ging's wieder los Richtung Heimat, wo wir dann nach einem ebenso interessanten wie anstrengenden Tag gegen 23.20 Uhr wieder ankamen. Fotos zur CeBIT 2003 gibt es unter Fotos zu der Fahrt zur CeBIT 2003 |